Ja, es ist schon eine Region zum Herzen. Der Ruhrpott mit all seinen schönen, kuriosen, abtrünnigen, töften und vor allem aber liebenswerten Facetten! Von Dortmund bis Duisburg, von Bochum bis Recklinghausen, von Essen bis Bottrop. Würde man einmal Anfangen vom Pott zu reden, würde man kaum mehr aufhören von alten, beeindruckenden Zechen und imposanten, weitläufigen Halden zu sprechen. Auf der A43 geht mein Herz auf, wenn ich die ersten km in die alte Heimat brause. Hach! (Wer noch mehr Ruhrpott-Feeling lesen möchte, dem empfehle ich kurzerhand einen Besuch auf dem Blog von Juli aka. Heimatpottential! Das nur by the way)

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Warum ich aber diesen Artikel schreibe? Vergangene Woche entdeckte ich einen Beitrag auf „Mit Vergnügen“, bei dem es um Berliner Filme ging. Genauer gesagt um Filme, die die Stadt widerspiegeln bzw. die in der Stadt spielen. Einige davon kannte ich, wiederum andere haben mein Interesse geweckt, sodass ich mir sie bald mal anschaue. Aber ich dachte mir: Es gibt ja auch die ein oder anderen Streifen, bei denen das Ruhrpott-Feeling über die Leinwand oder den heimischen Flatscreen flimmert. Ich googlelte ein wenig, kramte in Erinnerungen, schaute mit Trailer an, machte Umfragen in Facebook-Gruppen. Und et voilá: Hier sind XX Filme, in denen das Ruhrgebiet von seiner „schönsten“ Seite zu sehen ist.

Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding, 1999

Kurz vor der Jahrtausend-Wende kommt DER Ruhrpott-Kultfilm in die Kinos, der den grandiosen Start der Trilogie („Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“) vom Regisseur Peter Thorwarth bildet. Zu dem Film muss man nicht viel sagen – außer dass es wohl keinen anderen Film gibt, der den Charme der Region besser rüber bringen kann. Die Cast ist grandsios. Alles was Rang und Namen hat ist mit dabei: Ralf Richter, Oliver Korittke, Dieter Krebs, Willi Thomczyk und und und. Special Info: Der Film läuft bis heute jeden Freitag, 23 Uhr, im UCI Ruhr Park. 

Manta Manta, 1991

Schon in den Achtzigern und Neunzigern war Bochum Opel-Stadt. Und DAS Kultauto war derzeit der Manta. Der erste Manta-Film ließ nicht lang auf sich warten. Der Film war mit Tina Ruland in jungen Jahren und dem wohl omnipräsentesten Gesicht deutscher Schauspielerkultur Til Schweiger prominent besetzt.  Inszeniert wurde das Meisterwerkvon Bernd Eichinger. Viel Wochen vor Kinostart kam übrigens „Manta – Der Film“ in die Lichtspielhäuser! Beide Streifen gilt es nicht zu verwechseln! 😉 Special Info: Zur Premiere von „Manta, Manta“ kamen hunderte von Mantas (bzw. Manta-Fahrer) ins UCI Ruhr Park in Bochum! (Ich war auch mit dabei).

Theo gegen den Rest der Welt, 1980

Über 25 Jahre ist der Film mittlerweile alt und ist somit wahrscheinlich Deutschland ältester Roadmovies. Theo – gespielt vom blutjungen Westernhagen – verliert dabei seinen niegelnagelneuen Truck und macht sich auf die Reise, um ihn wieder zu bekommen. Der Film ist die Fortsetzung des Films Aufforderung zum Tanz von 1976 und zeigt Eiblicke in die natürliche Umgebung des Ruhrpottlers. 🙂 Auf der Raststätte Stuckenbrock passiert Theo das große Unglück. Von dort aus geht es dann mehr oder weniger quer durch Europa. Special Info: Der Film war mit mehr als drei Millionen Kinobesuchern der größte deutsche Filmerfolg der Jahre 1980/81.

Das Wunder von Bern, 2003

2003 war es soweit. Ein von mir lang erwarteter Film kam in die Kinos!“Das Wunder von Bern“. Er spielt mitten im Herzen des Reviers und ebenfalls mitten in dem Milieu, dass das Ruhrgebiet Jahrzehnte so bekannt gemacht hat: Der Bergbau. Sönke Wortmanns führte Regie und schuf dieses grandiose Werk. Der Film spiegelt die Fußball-Begeisterung einer ganzen Region im Schicksal der Familie Lubanski wider: „Kleine Leute§, deren Leben durch die Weltmeisterschaft von 1954 und die Essener Fußball-Legende Helmut Rahn entscheidend beeinflusst wird. ❤ Special Info: Alle Schauspieler, die im Film die deutschen sowie die ungarischen Fußballer darstellen, haben tatsächlich mindestens in der Oberliga Fußball gespielt.

Nicht mein Tag, 2014

Ebenso wie bei „Theo gegen den Rest der Welt“ ist auch „Nicht mein Tag“ ein Roadmovie, der leider nur seinen Anfang im Ruhrgebiet nimmt, aber vollkommen dessen Charme versprüht. Das Ganze startet nämlich mit einem Banküberfall in Dortmund. Von dort aus geht es Richtung Amsterdam. Das unwiderstehliche Pärchen in dem Film ist Moritz Bleibtreu und Axel Stein als Bankräuber und Bankangestellter. So unglaublich lustig. Genau wie der Auftritt von Ralf „Kalle Grabowski“ Richter in seiner Paraderolle. Bester Spruch: „Was hat denn der Zivilist da zu kamellen?!“ Special Info: Der Film beruht auf einem Roman der Dortmunder Autors Ralf Husmann.

PINA, 2011

„Tanzt tanzt, sonst sind wir verloren!“ Das mehrfach ausgezeichnete Meisterwerk von Wim Wenders über die Tanzkunst als solche und Pina Bausch als die Ikone ist ein ganz besonderer Film. Er ist ungewöhnliches inszeniert, spielt nicht nur in Wuppertal, sondern wurden zu großen Teilen auch im Ruhrgebiet – unter anderem auf dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein gedreht. PINA ist ein abendfüllender Tanzfilm in 3D mit dem Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und der mitreißenden, einzigartigen Kunst seiner großen, im Sommer 2009 verstorbenen Choreographin. Special Info: Pina gewann den Deutschen Filmpreis 2011 .

00 Schneider, 1994 und 2013

Wenn es einen Meister der Absurdität und des regionalen, intelligenten Komödiantismus gibt, dann ist es definitiv er: Helge Schneider. Schon mehrfach war er auf der großen Leinwand zu sehen. Viele seiner Filme genießen nicht nur Kultcharakter, sondern spielen auch in Schneiders Heimat – dem Ruhrgebiet. Z.B. die beiden „00 Schneider“ Filme aus dem Jahr 1994 und 2013. Doch man kann ja sagen, wie es ist: Alle seine Filme sind es wert, gesehen zu werden. Egal ob „Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem“, „Praxis Dr. Hasenbein“ oder auch „Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm“. Special Info: Zu seiner Heimatstadt Mülheim hat er ein besonderes Verhältnis und bringt 2015 die Doku „Mülheim Texas – Helge Schneider hier und dort“ raus.

Radio Heimat, 2016

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Da darf man doch mal gespannt sein. In Kürze kommt die Verfilmung des Ruhrpott-Romans von Frank Goosen (DER Autor des Reviers!) „Radio Heimat“ in die Kinos! Die Story ist kurz und knapp auf den Punkt gebracht: 4 Freunde machen den Ruhrpott unsicher, um endlich ihre Männlichkeit zu entdecken. Das kann doch nur gut werden – nicht nur wegen den Kulissen! Lange kann es nicht mehr dauern, denn es wurde bereits im Herbst 2015 gedreht. Special Info: Nach „Liegen lernen“ ist „Radio Heimat“ der 2. Roman von Frank Goosen, der verfilmt wird. 

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